Pöhm-Letter Nr. 1 Textformat
Pöhm´s Coaching Letter
Jan/Feb. '01
Liebe Leser
Hier ist er nun, der erste Letter, der ab jetzt in unregelmässigen Abständen zu Ihnen kommt. Ich hatte ursprünglich vor, einen Rhetorik-Letter und einen Schlagfertigkeits-Letter separat zu verfassen. Aber ich habe mich nun dazu entschlossen, nur einen Letter zu verfassen, der dann je nachdem mal Rhetorik-lastig und mal Schlagfertigkeits-lastig sein wird.
2. Warum screiben Sie nicht auch ein Buch?
4. Du bist doch nur ein Hilfsschüler
Derzeit schreibe ich an meinem neuen Buch "Vergessen Sie alles über Rhetorik". Zwei Bücher habe ich ja bereits geschrieben. Teilnehmer fragen mich immer wieder, wie lange es denn so dauert ein Buch zu schreiben. Bisher hatte ich immer Schwierigkeiten im nachhinein abzuschätzen welche Zeit vom ersten leeren Blatt in meinem Textverarbeitungssystem bis zum fertigen Manuskript denn vergangen war. Ich habe immer nur ganz grobe Einschätzungen abgeben können. Ich hatte schlicht keine Aufzeichnungen darüber gemacht. Diesmal nun mache ich regelmässig Aufzeichnungen über die Zeit, die ich an dem Buch verbringe. Bisher habe ich eineinhalb Monate geschrieben, und das bei einem täglichen Zeitaufwand von ca. zwei bis drei Stunden. Es bleiben noch eineinhalb Monate bis zur festgesetzten Manuskriptabgabe Mitte März. Das hiesse also im Klartext: drei Monate und ein Buch ist fertig. Das ist eigentlich nicht viel. Aber, bevor Sie sich jetzt sofort auch ans Schreiben setzen hier noch eine kleine Hintergundinformation. Ich gebe seit 1993 Rhetorik-Seminare. 8 Jahre Erfahrung. Ich habe ganze Kapitel blockweise fertig im Kopf stehen und muss sie einfach nur "raus schreiben". Ich habe unzählige Bücher dazu verschlungen, unzählige Seminare dazu besucht, Handouts verfasst, Ideensammlungen als Dateien erstellt. Kurzum: Ich habe ein dichtes Wissensnetz zu diesem Thema. Aber trotzdem: Bücher schreiben ist nicht ein Weltunternehmen. Das können auch Sie.
2. Warum schreiben Sie nicht auch ein Buch?
Wenn Sie selbst mal irgendwann vorhaben sollten, ein Buch zu verfassen hier einige kleine Tipps:
Jeder kann ein Buch veröffentlichen. Denken Sie nicht, dass können nur wirklich "bedeutende" Leute, oder nur Menschen, die echtes Schreibtalent besitzen. Sobald Sie denken, Sie haben der Welt etwas mitzuteilen und Sie haben Spass daran, Ihre Gedanken veröffentlicht zu sehen, sind Sie ein potentieller Autor. Es liegt meistens wieder nur an den zu kleinen Selbstwertkreisen, nicht an Ihren Talenten, dass Sie´s nicht tun. Etliche Teilnehmer haben mir erzählt, dass Sie auch gerne mal ein Buch schreiben wollten ---- irgendwann. Nur das Problem ist meistens: Irgendwann wird niemals kommen. Hier mein Tipp: Tun Sie´s einfach. Der beste Zeitpunkt ist immer JETZT. Für Sie. Ja Sie!! Genau Sie.
Nächster Tipp: Schreiben Sie nicht erst das fertige Buch und suchen sich dann einen Verlag. Das läuft heutzutage anders. Suchen Sie zuerst den Verlag, der das Buch mit Ihnen machen will und dann schreiben Sie. Niemand in den Verlagen hat heutzutage Zeit, fertige Bücher zu lesen. Um zu entscheiden, ob ein Buch in den Verlag aufgenommen wird oder nicht, setzen die Verlage sich auf die Position eines typischen Besuchers einer Buchhandlung. Zum Kaufentscheid reichen wenige Dinge: Der Titel, der Klappentext, die Inhaltskapitelübersicht und eine kleine Passage als Leseprobe. Das reicht auch dem Verlag zu entscheiden, ein Buch in sein Sortiment aufzunehmen. Was Sie also an die Verlage schicken müssen, ist ein sogenanntes "Exposé". Dort ist nur folgendes drin: Der Titel, der Klappentext, die Inhaltskapitelübersicht, eine kleine Passage als Leseprobe und zusätzlich eine Konkurrenzbetrachtung. Konkurrenzbetrachtung heisst: Wer hat denn schon mal was ähnliches veröffentlicht. Das ist für Sie einfach rauszukriegen: Schauen Sie einfach im Internet bei www.amazon.de nach.
Falls Sie denken: Ich kann aber nicht schreiben, so ist auch das meistens ein Trugschluss. Wenn Sie in der Lage sind, einen vernünftigen Geschäftsbrief aufzusetzen, dann können Sie auch ein Buch schreiben. Die Verlage haben Lektoren, die Ihr Werk korrigieren. Also, daran wird’s nicht scheitern
Falls Sie die Suche nach einem Verlag und die ganze Drumherum einfacher haben wollen, so können Sie einen Autorenagenten zwischen schalten. Hier die Telefonnummer eines mir persönlich bekannten Agenten in Augsburg: Gerald Drews: 0821- 26 23 60; www.medienagentur-drews.de
3) Rückfrage
Eine Bekannte von mir kam kürzlich am frühen Morgen in meine Privatwohnung, um einen Hund abzuholen, den sie mir zum Hüten gelassen hatte. Ich selbst war gerade aus dem Bett aufgestanden und sah noch entsprechend verschlafen aus. Sie sagte: "Oh je, Du siehst noch verschlafen aus. Bist du gerade erst aufgestanden?" Mit einem halbmüden Kopf, auf die eigenen körperlichen Misslichkeiten angesprochen zu werden, wünschen sich wahrscheinlich nicht allzu viele unter meinen Lesern. Was hätten Sie darauf geantwortet? --- Kurz überlegen, bevor Sie weiterlesen. Sie sollen ja Ihre alten Fähigkeiten wieder ein bisschen auffrischen.
Ich antwortete: "Wann bist du denn heute morgen aufgestanden?" Dies ist vom Prinzip her eine Rückfrage. Damit vertauschen Sie die Rolle des Angreifers und des Verteidigers.
Ich habe in diesem Fall eine spezielle Rückfrage-Methode angewandt. Es war eine "Informationsfrage zum Ablenken vom Vorwurf". Ich frage eine Information zurück, wo der andere Objekt der Frage ist. Da ist raffiniert: Wir verwirren den Angreifer systematisch und kippen ihn aus seinem Denkmuster, so dass er praktisch vergisst, was er eigentlich wollte.
Sie stellen ihm eine Frage, die ihn veranlasst, über sich selbst nachzudenken. Und damit ist er vom Vorwurf abgelenkt und Sie haben die unangenehme Situation übersprungen. Hier noch ein Beispiel:
Angreifer: „Sie leben ja ganz schön beengt hier.“
->„Wie haben Sie eigentlich Ihre Wohnung gefunden.“
Indem Sie Ihren Angreifer selbst in den Fokus stellen, verwirren Sie ihn zunächst und veranlassen ihn, über sich selbst nachzudenken.
Angreifer: „Sie haben eine ganz schöne Unordnung auf Ihrem Bürotisch.“
->„Wie schaffen Sie´s eigentlich Ihren Bürotisch so sauber zu halten?“
Sie lenken Ihren Gesprächspartner bewusst auf eine andere Schiene und verleiten ihn, über sich selbst zu reden.. Es ist zu verführerisch, wenn man eine Frage gestellt bekommt, wo man selbst über seinen bedeutenden Erfahrungsschatz Auskunft geben soll. Wir sind alle viel zu eitel, als das wir da nicht bereitwillig in die Falle laufen.
Angreifer: „Die Schuhe passen nicht Ihren zum Pullover.“
-> „Wo kaufen Sie denn Ihre Schuhe immer?“
Meistens ist bei solchen Rückfragen das Wort Sie oder Ihnen stark betont.
Angreifer: „Macht Ihnen die Arbeit keinen Spaß?“
->. „Bei welcher Arbeit empfinden Sie denn am meisten Freude?“
Haben Sie die Systematik erkannt? Versuchen Sie es jetzt bitte einmal selber
Angreifer: „Bei Ihnen war ja gestern ganz schön der Teufel los.“
4) Du bist doch nur ein Hilfsschüler
Kürzlich hatte ich ein Seminar für Lehrer gehalten. Danach kam eine Dame auf mit einem speziellen Anliegen auf mich zu. Sie ist Lehrerin für Lernbehinderte und Ihre lernbehinderten Schüler werden immer und immer wieder mit einem Vorwurf konfrontiert. "Du bist doch nur ein Hilfsschüler". Ich habe Ihr versprochen, mir einige möglichen Antworten darauf auszudenken und ihr zuzuschicken. Hier auch der Tipp für Sie: Wenn Sie mit den immer selben Vorwürfen konfrontiert werden, so können Sie auch die immer selben Antworten darauf zurück geben. Der Angreifer verliert sehr schnell den Spass, wenn er merkt, dass er Sie nicht ärgern kann. Deshalb machen Sie folgendes: Gehen Sie den konkreten Vorwurf an Hand des Schlagfertigkeits-Handouts oder des Buches Technik, für Technik durch und überlegen sich: was könnte man mit dieser Technik darauf Antworten. Aus dieser Sammlung von Antworten nehmen Sie sich die drei besten heraus und die lernen Sie auswendig. Ab jetzt können Sie sich freuen, wenn der Vorwurf wieder kommt.
Diese Arbeit habe ich für die Lernbehinderten-Lehrerin übernommen und ich will Ihnen die vorgeschlagenen Lösungen zeigen.
Es kommt auf den Typ des Schülers an, ob er das glaubhaft rüber bringen kann. Für unterschiedliche Schüler können unterschiedliche Antworten in Frage kommen. Bedenken Sie auch immer: Es gibt keine schlagfertige Antwort, die von jedermann als genial empfunden wird. Eine für Sie schlagfertige Antwort empfindet Ihr Kollege als mässig und umgekehrt.
"Du bist doch nur ein Hilfsschüler"
Leidest du darunter?
Da stehen die Mädchen drauf
Das finden Frauen sexy
Das ist wenigstens steuerfrei
Lieber Hilfsschüler, als hirnamputiert
Nein, du täuschst Dich ich bin lernbehindert. Hast Du ein Problem damit?
Nein, du täuschst Dich ich bin lernbehindert. Damit wirst du leben müssen
Stimmt, ich helfe gewissen Menschen, dass Sie sich überlegen fühlen können
Sei dankbar, dass deine Probleme nicht in deiner Gegenwart erwähnt werden
Ich habe Lernprobleme. Ich habe Schwierigkeiten Dinge so schnell aufzufassen wie andere Menschen. Du willst mir aber sagen, dass ich ein Mensch zweiter Klasse bin. Ist das so?
Was müsste denn sein, dass du mich trotzdem als Mensch akzeptierst?
Welche Dinge beherrschst denn Du nicht perfekt?
Wann musst Du eigentlich wieder ins Heim zurück?
Um das beurteilen zu können, müsstest du einen IQ haben, der über der Raumtemperatur liegt.
Mein Onkel würde Leute wie Dich Schwachkopf nennen. Meine gute Erziehung verbietet mir das natürlich
Ich antworte nicht auf niveaulose Bemerkungen
Entscheidend ist nicht, wie schnell es geht, um etwas zu lernen. Entscheidend ist, was für ein Mensch du darstellst.
5) Neues Kassettenprogramm zur Schlagfertigkeit
Jetzt endlich, nach einigen Verzögerungen, ist es endlich lieferbar. Das neue Kassettenlernprogramm "Endlich schlagfertig!". Ich bin richtig stolz auf das Teil. Das ist meiner Einschätzung nach, das Wirksamste, was ich zum Thema Schlagfertigkeit je produziert habe. Es besteht aus sechs Kassetten. Im Gegensatz zum Buch, wird man hier echt gefordert zu lernen. Das ist wie Sprachen lernen von Kassettenprogrammen.
Ihnen werden die Regeln erklärt, genügend Beispiele gegeben und dann werden Sie so oft selbst gefordert, bis Sie es intus haben. Kassette 3 ist eine Suggestionskassette, um Ihre hemmenden unterbewussten Programme durch mutige, neue zu ersetzen. Und Kassette 5 bietet Ihnen dazu noch klassische Standardantworten, auf die gängigen Angriffssituationen.
Das Kassettenprogramm kostet CHF/DM 128.00. Wenn Sie gerne ein Kassettenprogramm bestellen möchten, so senden Sie mir Ihre Bestellung per e-mail zu.
Übrigens, die Zeit um diesen Letter zu schreiben belief sich auf 5 Stunden.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und tun Sie auch, was Sie für richtig halten!
Matthias Pöhm

