Das nicht ansteckende Lächeln
Präsentationstechnik: Das nicht ansteckende Lächeln
Mein Buch zur Rhetorik heisst "Vergessen Sie alles über Rhetorik". Den Titel verdient das Buch deshalb, weil ich wirklich in einigen wichtigen Dingen genau das Gegenteil dessen predige, was viele andere Rhetoriktrainer predigen. Ein Punkt ist beispielsweise die Regel, bei der Rede zu Lächeln. Lächeln, so können Sie in etlichen Rhetorikbüchern lesen, würde angeblich Sympathie beim Publikum erzeugen. Das ist leider falsch. In meinem Rhetorikseminar beobachte ich immer wieder Teilnehmer, die quasi ein Dauerlächeln haben. Ich nenne es das "Habt-mich-Lieb-Lächeln".

Wenn Sie eine Sache vortragen, bei der Sie ernst genommen werden wollen, beispielsweise eine neue Marketingstrategie, wirken Sie mit einem Lächeln in Tat und Wahrheit als nicht ernst zu nehmender Redner. Damit lösen Sie keine Sympathie, sondern Mitleid aus. Ein kurzes aufflammendes Lächeln an einer Stelle, wo es wirklich etwas zu lächeln gibt, das ist in Ordnung. Aber das haben diese Menschen meist nicht mehr im Gespür. Sie lächeln bei jedem Satz.
Es gibt eine eiserne Regel für das Lächeln bei Präsentationen: Wenn das Lächeln ansteckend wirkt, dann ist es gut. Aber aufgepasst, nicht Sie als Redner entscheiden das, sondern das Publikum. Wenn das Publikum wie versteinert da sitzt, während Sie lächeln, wirken Sie lächerlich. Einige sehr bekannte Trainerkollegen haben dieses Permanentlächeln. Es ist dauernd da und es ist nicht ansteckend.
Liebe Leser, wenn Sie so einen Redner erkennen, tun Sie ihm etwas Gutes. Machen Sie ihn darauf aufmerksam, auch wenn es ihnen schwer fällt... oder schicken Sie ihm diese Ausgabe des Powerletters... oder schicken Sie ihn gleich zu mir ins Seminar.
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(Copyright Matthias Pöhm. Dieser Artikel ist nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken. Bitte setzen Sie folgenden Link "Rhetorik Tipps von M. Pöhm")
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