Metapher

 

 

Metapher Definition

 

Bevor ich Ihnen meine eigene Definition will ich Ihnen die universitäre Definition von Metapher liefern

 

Die Metapher wird traditionell als wichtigste der rhetorischen Figuren betrachtet. Nach älterer Auffassung handelt es sich um einen abgekürzten Vergleich bzw. eine Ersetzung des 'eigentlichen' durch einen metaphorisch 'uneigentlichen' Ausdruck nach dem Kriterium der Entsprechung bzw. der Ähnlichkeit. So ist seit Homer die Metapher vom Löwen für einen kämpfenden Helden üblich; wobei der Kontext das mögliche Missverständnis verhindert: "Achilles ist wie ein Löwe in der Schlacht."

(Universität Duisburg)

 

Dann kennt die Wissenschaft auch noch die Einwort-Metapher. Da wird eine Anlalogie innerhalb eines Wortes benutzt.

 

Beispiele der "akademischen" Metaphern:

"der Deckmantel der Verschwiegenheit" (Weil der Mantel ja hier eine übertragene Bedeutung hat)

"Der Schuhlöffel" (Weil ein Löffel ja nicht für Schuhe gemacht ist)

"Kaderschmiede" (Ein Kader wird nicht ausgebildet, sondern "geschmiedet")

"Baumkrone" (Eine Krone ist für den König, hier wird es für den Baum benutzt)

 

Hier ist meine Definition von Metapher

 

Metaphern sind bildhafte Vergleiche. Wenn in einer Geschichte folgende Formulierung vorkommt, dann haben Sie meistens eine Metapher. "Genauso ist es bei...." "das ist dasselbe wie..." "Das können Sie vergleichen mit...". Hier ein Beispiel.

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Verheiratete länger leben als Unverheiratete. Das ist aber kein Grund um zu Heiraten. Die Wissenschaft hat auch festgestellt, dass ein Kanarienvogel im Käfig ca ein Drittel länger lebt, als ein Kanarienvogel in freier Wildbahn. Würden Sie deshalb lieber im Käfig leben?
Und genauso ist es bei der Heirat. Sie erkaufen sich ein bisschen längeres Leben durch ein Leben in einem Gefängnis dessen Gitterstäbe die Angst sind.

 

Die Metapher ist eines der rhetorischen Mittel, die ich aus der klassischen Rhetorik auch heute noch für gut einsetzbar halte.

Metaphern sind das rhetorische Stilmittel, das ich systematisch einsetze. Ich bin sogar ein heißer Fan davon. Vom Begriff Metapher habe ich mich allerdings getrennt, er klingt zu verkopft und zu abstrakt. Bei mir heißt das "bildhafter Vergleich". Was die akademischen Zirkel unter Metapher lehren, ist aber etwas anderes, als ich dem Begriff abgewonnen habe. Unter einer "akademischen" Metapher wir meist nur ein "Einwort-Vergleich" verstanden.

 

Beispiele der "akademischen" Metaphern:

"der Deckmantel der Verschwiegenheit"

"Der Schuhlöffel" (Weil ein Löffel ja nicht für Schuhe gemacht ist)

"Kaderschmiede"

"Baumkrone"

 

Hier eine andere Definition: (angelehnt an K. Kriegel)

Metapher ist eine Übertragung. Sie überträgt dabei die Bedeutung des einen Wortes auf die eines anderen. Aus der Spitze des Baumes wird so zum Beispiel die "Baumkrone" oder aus einer Verzweigung zweier Äste wird die "AstGabel“. Dank ihrer Hilfe kann man einen Ausdruck vorstellbarer und damit verständlicher gestalten. Der Trick dabei ist, dass man einen Ausdruck nicht wörtlich, sondern im übertragenen, bildlichen Sinne nimmt. Man bezeichnet es als  „metaphorisch“. Metaphern sind sprachliche Bilder.

 

Historie der Metapher

Heute erwähnt jeder, der etwas über Metaphern aussagen auch Aristoteles. Er war einer der ersten, die sich analytisch mit der Metapher auseinandersetzte und eine Definition dafür lieferte. Auch heute noch orientiert sich die rhetorische Wissenschaft an Aristoteles. In keiner akademischen Betrachtungsweise darf er fehlen. Das wäre unwissenschaftlich! Aber man muss Aristoteles nicht kennen, um Metaphern anzuwenden.

 

Metaphern in der heutigen Anwendung im Sprachgebrauch


 Diese Einwort Metaphern (der "Handschuh" oder "das Gold des Baumes"), oder die Metapher als einfache Ein-Satz-Analogie ("er ist stark wie ein Löwe") wird als Definition praktisch in jeder akademischen, universitären Herangehensweise aufgeführt. Manche dieser Metaphernbetrachtungen sind so mühsam und schwerfällig zu verstehen, dass einem nach wenigen Sätzen die Lust vergeht sich damit weiter zu beschäftigen. Wenn Sie sich es antun wollen, dann schauen Sie mal die ausführliche Metaphernbetrachtung der Universität Duisburg an.

Wenn man allerdings heute im Jahr 2012 den Sprachgebrauch des Wortes im  Alltag anschaut, so wird für das Wort Metapher ein bildhafter Vergleich verstanden, der mehr einer Geschichte ähnelt.

Hier zunächst eine Kurzform einer solchen Metapher:

Mit der Abwrackprämie für Autos die Wirtschaft wieder ankurbeln zu wollen, gleicht dem Versuch mit einem Föhn die Wolken entgegen der Windrichtung treiben zu wollen.

 

Hier ein längeres Beispiel einer Geschichten-Metapher

Auf den Vorwurf der Opposition an Finanzminister Hans Eichel, er habe bereits vor der  Bundestagswahl 2002, gewusst, dass die Wirtschafts-Prognosen schlechter sind als von ihm dargestellt, konterte er mit folgender Metapher:

Nur weil im Sommer ein paar Wölkchen am strahlend blauen Himmel sind, müssen Sie noch lange keine Prognose für eine Schlechtwetterperiode stellen.

 

Hier eine längere Form einer Geschichten-Metapher:

In Indien gibt es eine ausgeklügelte Methode, wie man in ländlichen Gebieten Affen fängt. Man baut eine Kiste, in die man, durch Gitterstäbe von außen sichtbar, eine Banane legt. Die Kiste hat eine Öffnung, in die genau die Hand eines Affen durchgreifen kann. Der Affe entdeckt nun die Banane, greift hinein und will die Banane herausziehen. Das Phänomen dabei ist, dass er seine Hand zu einer Faust macht und dadurch seine Hand nicht mehr aus der Kiste heraus bekommt. Interessanterweise lässt der Affe die Banane ab jetzt nicht mehr los, er will einfach nicht mehr ohne die Banane sein und kann so von den Fallenstellern gefangen werden.

Der Affe könnte sich retten, wenn er von seinem ursprünglichen Ziel loslassen könnte. Er tut es aber nicht.

Und genauso ist es mit vielem, was Sie liebe Leser im Moment festhalten und einfach nicht loslassen wollen. Denn die Banane erscheint Ihnen so appetitlich, so unentbehrlich...

Der pure Krampfreflex des Festhaltens um des Festhalten Willens schadet Ihnen am Ende mehr, als Sie durch dieses Verhalten jemals gewinnen könnten.

Klingt doch anders als "die Baumkrone", oder?

 

Externe Weblinks

Metapher bei Wikipedia

Metaphernsammlung

 

Literatur.

M. Pöhm "Kontern in Bildern - Schlagfertig Antworten in Metaphern" (2011)